© Florian Klauer/unsplash.com

© Florian Klauer/unsplash.com

Presse

Pressemitteilung vom 11.12.2018

Großes Ranking zur Mitarbeiterzufriedenheit von Ärzten in Krankenhausabteilungen erscheint 2019

Treatfair ermittelt die Top 100 Krankenhausabteilungen für Ärzte

Stuttgart, 11.12.2018 – Die unabhängige Treatfair GmbH plant für das Jahr 2019 ein Ranking der Krankenhausabteilungen mit den zufriedensten Ärzten. Durch diese Übersicht über die Top 100 Abteilungen deutschlandweit und Top 10 aus den einzelnen Fachbereichen profitieren Krankenhausabteilungen öffentlichkeitswirksam von ihrer Mitarbeiterorientierung und ihren zufriedenen Mitarbeitern. Das Treatfair-Ranking kann Stellensuchenden und mit der aktuellen Arbeitsstelle unzufriedenen Ärztinnen und Ärzten als Orientierungshilfe in der Jobauswahl dienen. Krankenhäuser mit Abteilungen, die im Treatfair-Ranking vertreten sind, können mit einer Verbesserung ihrer schwierigen Rekrutierungssituation im Fachkräftemangel rechnen, da immer mehr Ärztinnen und Ärzte bei der Stellenwahl großen Wert auf die Arbeitsbedingungen legen.

Worauf basiert das Ranking?

Die Treatfair GmbH hat im Dezember 2018 eine Umfrage zur Beurteilung der ärztlichen Mitarbeiterzufriedenheit freigeschaltet. Zur Beantwortung dieser Umfrage sind alle im Krankenhaus tätigen angestellten Ärzte aufgefordert. Hier haben sowohl Assistenz-, als auch Fach- und Oberärzte die Möglichkeit, ihre eigene Abteilung im Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit zu beurteilen. Der Zugang zur Umfrage erfolgt unter anderem über die Treatfair-Homepage. Die Teilnahme an der Umfrage ist kostenlos.

Aus der Umfrage resultiert ein Abteilungsranking, welches die 100 Abteilungen mit der höchsten ärztlichen Mitarbeiterzufriedenheit Deutschlands umfasst. Außerdem werden die zehn Abteilungen mit den zufriedensten Ärzten pro Fachgebiet oder Fachgebietskomplex aufgeführt und jeweils einzeln vorgestellt. Das Treatfair-Ranking wird kostenlos allen Interessierten auf der Treatfair-Homepage zur Verfügung stehen sowie als Printversion in Magazinform gegen eine Schutzgebühr vertrieben werden. Mit der Veröffentlichung des Treatfair-Rankings ist im Frühjahr 2019 zu rechnen.

Ärzte bekommen nun die geforderte Transparenz

Schon seit Jahren werden die Rufe nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Ärzteschaft immer lauter. Doch wo die Arbeitsbedingungen bereits verbessert wurden und wo die Mitarbeiter zufrieden sind, ist aktuell an keiner Stelle erkennbar. Insbesondere Stellensuchende oder Absolventen trifft diese intransparente Problematik. Denn sie wünschen sich eine Orientierungshilfe bei der wichtigen Entscheidung, an welchem Krankenhaus sie ihre medizinische Ausbildung anfangen oder fortsetzen sollen. Das Treatfair-Ranking kann genau in dieser Situation durch die transparente Darstellung der mitarbeiterorientierten Abteilungen die Orientierungsfunktion übernehmen.

Es besteht eine weitverbreitete Skepsis unter Medizinern, dass sich die Arbeitsbedingungen überhaupt relevant bessern werden. Der vor wenigen Jahren noch bestehenden Hoffnung auf Arbeitserleichterung durch Digitalisierung und Effizienzsteigerung ist Ernüchterung gewichen. Denn vor allem Arbeitsverdichtung mit zunehmender Belastung stellen die Mediziner fest. „Im Hinblick auf die unter vielen Medizinern verbreitete deprimierte, skeptische Grundhaltung ist eine Auflistung der Top 100 Abteilungen mit den zufriedensten Ärztinnen und Ärzten Deutschlands ein Grund für Hoffnung. Daher rechnen wir mit einer großen Bereitschaft zur Teilnahme an der Umfrage,“ so Dr. Benedict Carstensen, Mitbegründer und Geschäftsführer der Treatfair-Initiative und weiter „denn alle im Krankhaus tätigen Ärztinnen und Ärzte sollte dazu bereit sein, über die eigenen Arbeitsbedingungen Auskunft zu geben, um zu erfahren, wie sie bei den Kolleginnen und Kollegen sind.“

Vorteil für Krankenhäuser im Fachkräftemangel

Mit dem Erscheinen einer Krankenhausabteilung im Treatfair-Ranking ist für die entsprechende Abteilung eine positive Auswirkung auf die schwierige Rekrutierungssituation im Fachkräftemangel verbunden. Ärzte fordern mehr und mehr gute Arbeitsbedingungen. Wer sie anbietet, hat im Wettbewerb um Fachkräfte klar bessere Chancen an das passende Personal zu gelangen. „Selbst eine Position im vermeintlich unteren Platzierungsbereich ist als Erfolg zu werten, da im Ranking die Top 100 aufgeführt sind und es in Deutschland derzeit etwa 8.000 Abteilungen gibt“ so Daniela Lojko vom Treatfair-Team. Im Ranking genannte Abteilungen können daher mit einer erhöhten Bewerberanzahl rechnen. Daher ist davon auszugehen, dass viele Chefärztinnen und Chefärzte explizit ihre Mitarbeiter zum Ausfüllen der Umfrage motivieren.


Pressemitteilung vom 29.05.2018

Neue Zertifizierung fördert faire Arbeitsbedingungen von Ärzten

Treatfair GmbH beginnt ab Mai 2018 mit der Zertifizierung von Krankenhäusern

 

Stuttgart, 29.05.2018 – Die unabhängige Treatfair GmbH bietet seit Mai 2018 Krankenhäusern deutschlandweit erstmals die Möglichkeit der Bestätigung fairer Arbeitsbedingungen durch eine Zertifizierung an. Den mit dem Treatfair-Zertifikat ausgezeichneten Krankenhäusern entsteht ein großer Wettbewerbsvorteil. Mit dem Zertifikat gehen eine höhere Bewerberzahl und eine verbesserte Qualität der Bewerber einher. „Insbesondere in der aktuellen Zeit des Fachkräftemangels kann der Wettbewerbsvorteil durch unser Zertifikat elementar für den Erfolg eines Krankenhauses sein“, sagt Dr. Benedict Carstensen (selbst Arzt und Geschäftsführer der Treatfair GmbH). Die Treatfair-Zertifizierung stellt somit einen Anreiz zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen dar.

Wie funktioniert die Treatfair Zertifizierung?

Für die Zertifizierung wurden zehn Arbeitsfacetten definiert, die ausschlaggebend für die Zufriedenheit von Ärzten sind. Beispiele für die ausgewählten Arbeitsfacetten sind neben Arbeitsatmosphäre, Arbeitszeitgestaltung und Weiterbildung die insbesondere von den jüngeren Medizinern zunehmend geforderten Werte Selbstbestimmung und Fairness. Anhand von Mitarbeiterfragebogen, Arbeitgeberangaben und Audit werden alle Arbeitsfacetten einzeln bewertet. Eine positive Bewertung aller Arbeitsfacetten ist Voraussetzung für eine Zertifikatsvergabe.

Die junge, unabhängige Organisation aus Stuttgart nutzt dabei eine wissenschaftliche, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelte Methodik. Diese trägt den spezifischen Anforderungen des deutschen Krankenhauswesens Rechnung und stellt daher erstmals eine eigens für Krankenhäuser entwickelte Zertifizierung der Arbeitsbedingungen dar. Beispielsweise kann eine Zertifizierung abteilungsweise erfolgen und muss nicht wie in den gängigen Arbeitgebersiegeln für das gesamte Unternehmen durchgeführt werden. Das macht besonders Sinn, da Arbeitsbedingungen bekanntermaßen bereits zwischen Abteilungen innerhalb eines Krankenhauses sehr unterschiedlich sein können.

Ärzte wünschen sich mehr Zeit für die Patienten

Hervorzuheben ist, dass die Patientenversorgung als Arbeitsfacette Eingang in die Zertifizierung erhält. Laut Philipp Busche (Vorstand der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und Mitinitiator der Treatfair-Zertifizierung) ist für die Zufriedenheit der Mediziner das Gefühl wichtig, ausreichend Zeit für die Patienten zu haben. Durch die Berücksichtigung der Patientenversorgung in der Methodik stellt die Treatfair-Zertifizierung einen Anreiz für Krankenhäuser dar, Ärzten endlich wieder mehr Raum für die eigentliche Medizin und ihre Patienten zu gestatten. Dies hat auch der Patienten- und Bürgerverband GESUNDHEIT AKTIV e.V. erkannt, der die Treatfair-Zertifizierung unterstützt. So freut sich Dr. Stefan Schmidt-Troschke, geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV e.V. über die doppelte Anreizwirkung des Treatfair-Zertifikats für Krankenhäuser deutschlandweit die Arbeitsbedingungen und zugleich die Patientenversorgung zu verbessern: „Solche Werte-basierten Anreize bestehen aktuell im deutschen Gesundheitssystem leider kaum, sondern es existieren nur finanzielle Anreize, die aber selten zu mehr Zeit für die Patientenbehandlung führen.“

Eine Hauptaufgabe besteht für das Team von Treatfair darin, dass die Information über zertifizierte Krankenhäuser insbesondere bei jungen und arbeitssuchenden Ärzten aber auch in der Gesellschaft ankommt. Hierfür werden neben den gängigen Methoden wie Newsletter und Website die Fachschaften der Medizinuniversitäten in regelmäßigem Abstand direkt über die neu zertifizierten Krankenhäuser informiert.

Warum braucht das Krankenhauswesen Treatfair?

Mit der Zertifizierung möchte die Treatfair GmbH negativen Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen entgegentreten. Denn häufig sind schlecht empfundene Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern für Mediziner bekanntermaßen der Grund, ihre Arbeitsstelle zu verlassen. Ein zunehmender ökonomischer Druck im deutschen Gesundheitswesen führt zu einer weiteren Arbeitsverdichtung. Folge für die Angestellten sind Demotivation, Burnout und erhöhter Krankenstand. Manche Ärzte geben wegen der Arbeitsbedingungen ihre ärztliche Tätigkeit komplett auf. Denn sie haben keine Hoffnung, woanders bessere Bedingungen zu finden. So verschärfen schlechte Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern den relativen Ärztemangel. Verbesserte Arbeitsbedingungen lassen erwarten, dass auch weniger Ärzte das Gesundheitssystem verlassen. Daher kann die Treatfair-Zertifizierung ein Instrument zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung Deutschlands darstellen.